Sanierung des Bodenbelags einer Papiersortieranlage


Aufgrund intensiver Beanspruchung und hohem Verschleiß musste der Boden der Papiersortieranlage in Sindelfingen bei Stuttgart saniert werden. Dabei wurden die ca. 1.200 Quadratmeter Bodenbelag durch die ZÜBLIN Bauwerkserhaltung erneuert.
  • Foto einer Halle von Innen mit Container © ZÜBLIN
    Foto einer Halle von Innen mit Container © ZÜBLIN
  • Foto von einer Bodenbeschichtungsflüssigkeit © ZÜBLIN
    Foto von einer Bodenbeschichtungsflüssigkeit © ZÜBLIN
Ort
Sindelfingen, Baden-Württemberg
Bauherr
Land Baden-Württemberg
Bauzeit
04.2023 - 08.2023

Um den optimalen Betrieb der Anlage sicherzustellen und die Lebensdauer des Bodenbelags zu maximieren, waren umfassende Sanierungsmaßnahmen mit innovativen Baustoffen notwendig.

Anforderungen an die Sanierung

Ein vorrangiges Ziel dieser Sanierungsmaßnahme war die Erreichung einer hohen Abriebfestigkeit des Bodenbelags. Diese ist von großer Relevanz, um den anhaltenden mechanischen Belastungen durch den Transport und die Bearbeitung von Papiermaterialien in der Anlage standzuhalten. Des Weiteren stellte die Ebenheit des sanierten Bodenbelags ein entscheidendes Kriterium dar, um die reibungslose Bewegung der Förderfahrzeuge innerhalb der Sortieranlage zu gewährleisten. Weiterhin war ein Gefälle von bis zu 2 % zur leichteren Reinigung notwendig.

Zusätzlich kam es einer großen Bedeutung zu, die Vielzahl der Risse im Beton im geplanten Instandsetzungskonzept zu berücksichtigen. Vorhandene Scheinfugen mussten im Bodenbelag bündig überbrückt werden, wogegen alte, mangelhaft ausgebildete Trennfugen mit speziellen Fugenprofilen versehen werden mussten.

Carbonbeton als beste Wahl

Für die Instandsetzung des Bodenbelags stellte sich Carbonbeton aufgrund seiner herausragenden Materialeigenschaften als äußerst geeignete Wahl dar. Ein besonderes Merkmal von Carbonbeton ist seine sehr hohe Zugfestigkeit. Diese Eigenschaft ist von entscheidender Bedeutung, da sie sicherstellt, dass der sanierte Bodenbelag den enormen mechanischen Belastungen und Spannungen standhalten kann.

Ein weiterer entscheidender Vorteil liegt in seiner Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Die Verwendung führt zu einer optimierten Rissbreitenminimierung. Dies ist insbesondere im Bereich von Scheinfugen von großer Bedeutung. Er minimiert die Rissbreiten, erhöht die Lebensdauer des Bodenbelags erheblich und beugt Abplatzungen maßgeblich vor. Darüber hinaus ermöglicht der Einsatz von Carbonbeton, in besonders dünnen Schichten zu arbeiten.

Ablauf der Maßnahmen

Im ersten Schritt wurden 20 bis 40 Millimeter des schadhaften Altbetons abgefräst und mittels Kugelstrahlen vorbereitet. Anschließend erfolgte zum besseren Verbund eine Epoxidharzgrundierung mit Quarzsandabstreuung. In Bereichen, in denen später Fugenprofile eingebaut wurden, erfolgte eine Entkopplung des neuen Belags, um sicherzustellen, dass keine Höhenunterschiede an beiden Fugenprofilflanken entstehen.
 
Zwei Lagen Carbonbewehrung mit Epoxidharztränkung und Absandung (insgesamt ca. 2.500 Quadratmeter der Fa. Solidian) wurden auf den vorbereiteten Untergrund aufgebracht und fixiert. Die Carbonbewehrung wurde in einen schwindkompensierten, zementbasierten Fließestrich mit einer Schichtdicke von 20-30 Millimetern eingebettet. Nach Aushärten des Fließestrichs wurde der Untergrund erneut vorbereitet und grundiert, um eine optimale Haftung der abschließenden, hochabriebfesten, selbstverlaufenden Bodenverlaufsmasse zu ermöglichen. Nach der Erhärtung der Deckschicht wurden die entkoppelten Bereiche mittels Schneiden und Stemmen abgetragen und die Fugenprofile (Floorbridge) vollständig eben verklebt.

  • Foto von verfüllten Rinnen auf dem Boden
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  • Foto vom Boden der Halle mit Fugen und Rinnen
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  • Foto von einer Halle mit frischer Bodenbeschichtung
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  • Foto vom Boden mit gelben Streifen
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