Kathodischer Korrosionsschutz
Der Korrosion immer einen Schritt voraus

Was ist kathodischer Korrosionsschutz?
Mit dem kathodischen Korrosionsschutz (KKS) kann die Korrosion von metallischen Bauteilen, wie zum Beispiel der Stahlbewehrung eines Bauwerkes, zuverlässig gestoppt oder gar verhindert werden. Bei dem Verfahren wird durch eine externe Spannungsquelle ein Schutzstrom bereitgestellt, der die Korrosionsreaktion am Betonstahl auf ein zu vernachlässigendes Maß verringert. Somit fließen die Elektronen aus der externen Stromversorgung und die zu schützende Bewehrung bleibt vor Korrosion geschützt. Mit dem Einsatz von KKS wird die Bewehrung aktiv geschützt und die Lebensdauer von Stahlbetonbauwerken um viele Jahre verlängert.
Was ist Korrosion?
Korrosion ist ein natürlicher und unvermeidlicher Prozess. Bauwerke reagieren mit äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit, mechanischen Belastungen oder Chloriden und es kommt zu einer natürlichen Abnutzung der Konstruktion. Bei Stahlbetonbauwerken sind die häufigsten Schadensursachen auf Korrosionsangriffe zurückzuführen. Metallteile wie die Stahlbewehrung verändern aufgrund der dadurch entstehenden chemischen oder elektrochemischen Reaktionen ihre Oberflächen und beginnen zu korrodieren. Die entstehenden Korrosionsprodukte weisen ein ca. 2,5-faches vergrößertes Volumen auf, was in Folge zu Rissen und Abplatzungen am Beton führt. Die schadhafte Oberfläche erleichtert das Eindringen von weiteren Schadstoffen und beeinträchtigt die Dauerhaftigkeit und führt über kurz oder lang zur Gefährdung der Standsicherheit des Bauwerkes.
Mit dem Einsatz des kathodischen Korrosionsschutzes (KKS) können solche Folgeschäden bereits im Vorfeld verhindert (präventiver Einsatz) oder im weiteren Fortschritt gestoppt (kathodischer Schutz) werden.
Wie funktioniert KKS?
Das Grundprinzip basiert auf der Einspeisung einer Gleichspannung durch eine Fremdstromanlage zwischen einem sogenannten Anodenmaterial und dem korrodierenden Metall. Die zu schützende Bewehrung – die Kathode – wird mit der Stromquelle als Minuspol verbunden, während die Anode. - i. d. R. ein Titanmischoxid-Gitter - als Pluspol dient. Durch die Fremdstromanlage wird nun ein Schutzstrom erzeugt, der zwischen Kathode und Anode fließt und dem Korrosionsstrom entgegen gerichtet ist. Chloridionen, welche die Bewehrung angreifen, wandern dadurch von ihr weg: Die Bewehrung bleibt ohne weiteren Korrosionsabtrag.

Vorteile des kathodischen Korrosionsschutzes
Konstruktiver Korrosionsschutz durch bauliche Maßnahmen kann bereits einen großen Beitrag zum Schutz vor Korrosion leisten. Der kathodische Korrosionsschutz bietet jedoch mit einer aktiven Herangehensweise zahlreiche Vorteile:
- Sekundäre Schutzeffekte: Bereits im Beton vorhandene Chloride werden durch den Schutzstrom von der Bewehrung wegtransportiert und eine Realkalisierung der Phasengrenze Beton-/Bewehrungsstahl findet statt.
- Aktuelle Zustandsbewertung: (auch bei präventiven Einsätzen): Die integrierten Messsysteme lassen jederzeit Aussagen über den Zustand des Bauwerkes und die Wirkung des Schutzstromes zu. Dadurch können Maßnahmen vermieden, frühzeitig geplant und meist bei laufendem Betrieb durchgeführt werden – Vorteil dabei: deutlich kürzere Sanierungszeiten als Instandsetzungsprinzip..
- Korrosionsschutz als Instandsetzungsprinzip: Die Möglichkeit, die Korrosion zu stoppen, ohne die korrodierte Bewehrung freilegen oder abtragen zu müssen, stellt einen besonderen Vorteil des KKS dar. Durch dieses innovative Verfahren können unter geringem Material- und Kapitalaufwand Bauwerke geschützt werden. Folgekosten wie Einnahmen- und Umsatzverluste durch lange Sperrzeiten während aufwendiger Instandsetzungsmaßnahmen werden dabei deutlich reduziert.
Unsere Leistungen
Als Teil der ZÜBLIN Bauwerkserhaltung hat sich die iCOR INTELLIGENT CORROSION CONTROL GmbH auf KKS spezialisiert. Mit einem hohen Maß an Fachkompetenz aus jahrelanger Projekterfahrung, entwickeln wir passgenaue KKS-Systeme für unterschiedlichste Anforderungen.
Neben der baulichen Ausführung bieten wir Ihnen auch:
- Beratung, Planung und Entwicklung
- Zustandsermittlung
- Wartung von Kathodischen Korrosionsschutzanlagen mit dem
bewährten capsy-System