Instandsetzung der Westkammer der Schleuse Anderten
Die Schleuse Anderten, auch als „Hindenburgschleuse“ bekannt, befindet sich im Stadtteil Anderten von Hannover. Die Schleuse überwindet im Mittellandkanal einen Höhenunterschied von insgesamt fast 15 Metern zwischen der Westhaltung und der Scheitelhaltung.
Bei Untersuchungen der Bausubstanz durch Freilegen der bestehenden Stahlbetonwand wurden ausgeprägte Korrosionsschäden an der Bewehrung im Bereich der Betonierfugen festgestellt. Die Schäden waren so ausgeprägt, dass die Standsicherheit des Bauwerks nicht mehr gewährleistet werden konnte.
Infolge dieses Schadensbildes hat das WSA (Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mittellandkanal/Elbe-Seitenkanal) beschlossen, eine Notinstandsetzung an beiden Schleusenkammerwänden durchzuführen. Das Vorhaben hat aufgrund der statischen Probleme sowie der Staugefährdung auf der Schifffahrtsstraße eine hohe Dringlichkeit. Die ZÜBLIN Bauwerkserhaltung wurde dementsprechend mit der Instandsetzung der unteren Kammerwände der Westkammer der Schleuse beauftragt.
Abmessungen der Schleuse
- 225 m Gesamtlänge
- 18,9 m Gesamthöhe
- 42,3 m Speicherlänge
- „Zwei“ Kammerschleusen (Ost- und Westkammer)
- 5 Speicher pro Kammerwand
Bisherige Maßnahmen zur Sanierung
Als erste Maßnahme wurden 1.800 Quadratmeter Beton mittels Hochdruckwasserstrahlen (HDW) bis zu 7 Metern Höhe und unter Verwendung von 2 Robotern abgetragen. Das für den Betonabtrag benötigte Wasser konnte hierbei direkt aus dem Mittellandkanal entnommen und für die Arbeiten nach entsprechender Aufbereitung verwendet werden. Dabei entstanden 3.000 Tonnen Abbruchmaterial mit Schlamm. Die bestehende Bewehrung wurde zudem mit 300 Tonnen Bewehrungsstahl und 4000 Schraubmuffenverbindungen ergänzt.
Für die neue Vorsatzschale der Kammerwände wurden 14.000 Rückverankerungen in einer Einbindtiefe von bis zu 120 Zentimetern gebohrt und eingeklebt. Zusätzlich wurden im Rahmen des ersten Sanierungsschrittes Fugenbleche, Dehnfugen- sowie Fugenabschlussbänder, Stegleitern mit Kantenschutz, und eine 2500 Quadratmeter Schalung mit hydraulischen Einfüllstützen montiert.
Als zweite Maßnahme wurden durch unsere Marke Torkret bestehende Risse im Umlaufkanal gedämmt und an den Kammerwänden verfüllt. Es wurden 900 Kernbohrungen in eine Tiefe von bis zu 7 Metern durchgeführt, wobei diese mittels Hochdruckwasserstrahlen für die weitere Nutzung aufgeraut wurden. Zusätzlich wurden ca. 60 Tonnen Bewehrung eingesetzt.
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© Ulrich Reinecke
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© ZÜBLIN
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